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Do, 09.09.
Was ist zu tun?
Eröffnung der Ausstellung (19 Uhr)

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pressetext Für immer Dein... (pdf)
Für immer Dein...
Johannes Evers, Sandra Hauser, Anna Jermolaewa, Leigh Ledare,
Robert Melee, Björn Rodday, Anna Witt


19. März – 24. April 2010 | Do, Fr, Sa 16 - 19 Uhr
Eröffnung: Donnerstag, 18. März 2010, 19 Uhr


Konzept: Verena Seibt, Christian Hartard



In der Wahl seiner Eltern kann man nicht vorsichtig genug sein.
Paul Watzlawick

Irgendwann sind wir erwachsen, und aus den Eltern werden seltsame Leute, denen man mit gemischten
Gefühlen gegenübertritt: einer Haltung zwischen Vertrautheit und Fremdheit, Zuneigung und
Distanzierung, Bewunderung und manchmal Verachtung. Wir sind auf dem Sprung, wollen Abstand
gewinnen; und gleichzeitig ist da etwas, das uns festhält, weil wir in unseren Eltern wie durch
einen Zerrspiegel etwas sehen, das uns erschreckend nahegeht: uns selbst.

Für immer Dein zeigt sieben deutsche und internationale Künstler, die das Verhältnis zu ihren
Eltern zum Thema ihrer Arbeit machen: als metaphorische Abrechnung mit der Kindheit (Sandra Hauser),
als Versuchsanordnung, die auf ironisch-ernste Weise den Rollentausch mit Vater und Mutter
durchexerziert (Johannes Evers), als schonungslose, traurig-absurde Studie der alkoholkranken
Mutter (Robert Melee), als seltsam intime Dreiecksbeziehung zwischen dem Sohn, seiner Mutter
und ihren Liebhabern (Leigh Ledare), als Parabel über Fürsorge und Liebessehnsucht (Anna Jermolaewa),
als Reinszenierung der eigenen Geburt (Anna Witt) – und schließlich als berührende Dokumentation
einer letzten Reise mit der Urne des Vaters (Björn Rodday).



Veranstaltungen

Do, 18. März 2010, 19 Uhr
Eröffnung


Fr, 26. März 2010, 19 Uhr
Vatertag
Richard von Schirach liest aus Der Schatten meines Vaters

Baldur von Schirach wurde 1946 im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher wegen
Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 20 Jahren Haft verurteilt. Sein Sohn Richard, 1942
geboren, kennt den Vater nur aus blassen Erinnerungen – und aus über 1.000 Briefen, die
Baldur von Schirach aus dem Gefängnis schreibt. Die ersehnte Entlassung des Vaters jedoch
wird zur Enttäuschung: denn auf ein Einsehen, auf ein Zeichen der Reue, auf Erklärungen wartet
der Sohn vergeblich. „Warum habt Ihr nichts getan?“, will Richard wissen. „Vergiß nicht, ich
habe einen Eid geleistet“, der Vater.

„Schirach formuliert weder Anklage noch Verteidigung, sondern geht einen Schritt zurück zu
den Wurzeln des deutschen Dilemmas. Er möchte begreifen, wie sein Vater Baldur auf die
Nürnberger Anklagebank geriet. Will herausfinden, warum der Reichsjugendführer und Gauleiter
von Wien, der die Deportation von 185.000 Juden zu verantworten hatte, »die schlichte,
bezwingende Wahrheit eines reumütigen Herzens« auf immer verweigert hat. Die Triebfeder
jedoch ist ein Akt der Selbstaufklärung und -vergewisserung: Wer war ich, wer bin ich, und
wie hängt beides zusammen?“ (Die Zeit)


So, 28. März 2010, 15 Uhr
Führung durch die Ausstellung


Fr, 09. April 2010, 19 Uhr
Stiefmuttertag
Astrid Brüggemann über Eltern im Märchen

Es gibt im Märchen fast keine guten Eltern: meist sind sie enttäuschend, oft sogar
lebensgefährlich. Vielleicht aber müssen sie das ja sein; denn sie fungieren nicht einfach
als Gestalten der Alltagswelt, sondern als Chiffren für grundlegende Lebenserfahrungen:
nicht nur für die Ablösung von Vater und Mutter, sondern weitergefasst auch für die
Notwendigkeit schlechthin, das Vertrauen auf die Fürsorge der Außenwelt in
eigenverantwortliches Selbst-Vertrauen umzumünzen.

Astrid Brüggemann ist Germanistin und Ethnologin. 2007 erhielt sie den Lutz-Röhrich-Preis
der Märchen-Stiftung Walter Kahn.


Fr, 16. April 2010, 19 Uhr
Muttertag
Screening Der Busenfreund von Ulrich Seidl

„Der Busenfreund porträtiert Rene Rupnik, einen fünfzigjährigen Mathematiklehrer, der bei
seiner greisen Mutter lebt, umgeben von Schutzwällen an Müll, Papier und Zeitungen, die er
in jahrzehntelanger Sammeltätigkeit angehäuft hat. In seiner Phantasie lebt der obsessive
Busenexperte mit Senta Berger zusammen, die er seit Jahrzehnten verehrt. Er hat alle ihre
Filme gesehen, alle ihre Fotos gesammelt. Nur einmal durfte er ihr begegnen: am Burgtheater,
wo er 50 Mal zur Vorstellung ging. Mit seinem neuen Fernstecher am Stehplatz.“
(www.ulrichseidl.com)


Fr, 23. April 2010, 19 Uhr
Elternabend
Wir bitten Künstler und ihre Eltern zu Tisch

Alle Gäste, die mit ihren Eltern erscheinen, sind herzlich willkommen und werden an unserer
Tafel verköstigt; besonders eingeladen sind Künstlerinnen und Künstler mit ihren Müttern und
Vätern. Wir freuen uns auf anregende Gespräche über das Jungbleiben und das Älterwerden,
übers Künstlersein und Normalsein, über gesicherte und verkrachte Existenzen, über
Erinnerungen und Zukunftsträume.


Sa, 24. April 2010, 19 Uhr
Finissage
















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