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Das Private ist politisch ... oder peinlich?
Mit dem Slogan „Das Private ist politisch" erklärten die 68er das Private und
Persönliche zu einem Schauplatz des öffentlichen Interesses. Den engen moralischen
Grenzen der bürgerlichen Intimsphäre wurde der Kampf angesagt. Die eigene politische
Meinung, Sexualität, unkonventionelle Vorstellungen von Familie und Lebensgestaltung,
intime Handlungen wurden öffentlich diskutiert und praktiziert. Feministische
Künstlerinnen nahmen ihre persönlichen Erfahrungen als Frau und Mutter zum
künstlerischen Ausgangspunkt, arbeiteten mit ihrem nackten Körper als Material und
reklamierten eine Öffentlichkeit für sich, von der sie bis dato weitgehend
ausgeschlossen waren. Dem Privaten wurde sowohl in der Kunst als auch in der
Gesellschaft soziale und politische Wirkungsmacht zugetraut.
Die Journalistin Ania Mauruschat und die Münchner Galeristin Barbara Gross sprechen
über öffentliche Strategien der 68er, die Frauenbewegung und Anliegen und Projekte
feministischer Künstlerinnen. Wir diskutieren über den veränderten Umgang mit
Privatem und Persönlichen angesichts digitaler Medien und Internet, stellen die
Frage nach der Aktualität des Feminismus und spüren dessen zeitgenössischen
Erscheinungsformen in der Populärkultur nach.
Ania Mauruschat
... ist Journalistin und lebt in München, arbeitet u.a. für den BR.
Zu ihren letzten Beiträgen zählt ein Feature über zeitgenössische Formen des
Feminismus oder Arbeit in der digitalen Welt.
Barbara Gross
... studierte Kunst und Kunsterziehung in Berlin, Paris und München.
Sie nahm aktiv and der Münchner Frauenbewegung teil. In den Achtzigern verlegte sie
Kunsteditionen ausschließlich von KünstlerInnen. 1988 gründete sie ihre Galerie in
München. Sie organisierte Ausstellungen für Maria Lassning, Eva Hesse, Nancy Spero,
Kiki Smith u.v.m.
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